Mit Erstaunen haben wir die Veröffentlichung der Pressemitteilung wir lassen uns nicht spaltender Jungen Union Witten in der WAZ des 01. Februar 2016 zur Kenntnis genommen. Wir sind mehr als verwundert darüber, dass die WAZ eine solche Pressemitteilung der jungen Union (jU) nicht nur ohne Angabe des Autors veröffentlicht, sondern deren Aussagen und Positionen beinahe vollständig übernimmt. Ohne uns weiter damit beschäftigen zu wollen, was genau sich in der Redaktion der WAZ abgespielt haben muss, damit so etwas geschieht, wollen wir auf die Darstellungen der Pressemitteilung der jU eingehen:

Darin beziehen sie sich unter anderem auf die Teilnahme der SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) an der Demonstration am 29. Januar 2016 an der sich mehr als 1000 Wittenerinnen und Wittener beteiligten um gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Faschismus zu setzen. Zu dieser Demonstration hatte ein überaus breites Bündnis aus Wittener Organisationen aufgerufen, nachdem innerhalb weniger Wochen die zweite Flüchtlingsunterkunft in Witten in Brand gesteckt wurde. Dementsprechend zahlreich waren die verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen, die auf der Demonstration am vergangenen Freitag mit Fahnen, Plakaten oder Transparenten anzutreffen war – darunter selbstverständlich auch die SDAJ. Es mag sein, dass die junge Union da etwas falsch verstanden hat und meint, dass man sich ausschließlich an solchen Veranstaltungen beteiligt, um daraus Profit für die eigene Organisation zu schlagen. Das würde auch erklären, warum sie selbst nicht anzutreffen waren, denn wahrscheinlich haben sie schon im Vorhinein feststellen müssen, dass sie auf einer Demonstration gegen rechtes Gedankengut relativ wenig Sympathisanten für ihre eigenen Positionen würde gewinnen können.

Anstatt sich also an der Demonstration zu beteiligen und damit deutlich zu machen, dass man sich von rechtem Gedankengut distanziert und für ein Witten ohne Rassismus eintritt, hat die junge Union im nachhinein nichts Besseres zu tun, als in alter Manier die Extremismustheorie aus der Schublade zu holen und darauf hinzuweisen, dass linke Gruppierungen mindestens genau so gefährlich seien, wie es rechte sind. Sie scheuen nicht die SDAJ, eine Jugendorganisation in der sich Jugendliche für eine bessere Welt einsetzen, auf eine Stufe mit Organisationen wie der AfD, der NPD oder Pro NRW zu stellen – eben jene Parteien aus deren Reihen Menschen sich für Erschießung von Menschen oder der Aufhebung des im Grundgesetz verankerten Rechts auf Asyl aussprechen und die garantiert nichts gegen das Anzünden von Flüchtlingsunterkünften haben. Die Junge Union treibt damit eine Spaltung voran, die die WittenerInnen durch das breite Bündnis versucht haben zu überwinden. Aber nicht nur das. Um linke Organisationen zu diskreditieren scheut die junge Union keine Mittel und verbreitet vorsätzlich falsche Darstellungen. Es ist uns bekannt, dass es SchülerInnen gegeben hat, die ein sehr hohes Engagement für die Demonstration am vergangenen Freitag gezeigt haben und deshalb auch an ihren Schulen zur Teilnahme aufgerufen haben. Dies taten sie jedoch im Namen der kürzlich gegründeten BezirksschülerInnenvertretung Ennepe-Ruhr, die den Aufruf zur Demonstration ebenfalls mit unterzeichnet hatte. Wir hoffen sehr, dass sich SchülerInnen nicht davon abschrecken lassen, dass die junge Union sie in einen Topf mit menschenverachtenden Nationalisten steckt und auch in Zukunft an ihren Schulen für eine Welt ohne Rassismus und Faschismus eintreten!