imageAuf ihren Plakaten steht „Ohne Dokumente keine Zukunft“, „Wir wollen Integration“, „Für Menschlichkeit – gegen Dublin“. Es sind Menschen, die vor mehreren Monaten, auf der Flucht vor Krieg, Armut und Zerstörung ihre Familien und ihr Zuhause hinter sich lassen mussten und nun in Witten leben. Sie stehen im Regen vor dem Rathaus in Witten und fordern, dass sich endlich ihre Anträge auf Asyl stellen dürfen.

Das muss man sich mal vorstellen. 941 der 1680 Geflüchteten, die in Witten leben, durften bis heute beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) keinen Asylantrag stellen. Nach den Richtlinien der EU müssten sie eigentlich in den ersten 6 Tagen nach ihrer Ankunft bereits die Möglichkeit dazu haben – einige von ihnen warten nun schon seit über 8 Monaten. Viele Dinge, die die Integration in Deutschland überhaupt erst ermöglichen würden, wie bspw. Deutschkurse, stehen den Geflüchteten jedoch erst dann zu, wenn ihre Anträge, die sie noch gar nicht stellen dürfen, genehmigt werden. Auch eine Wohnung wird einem oft nur dann vermietet, wenn dem Asylantrag stattgegeben wurde. All diese Möglichkeiten liegen für die Geflüchteten in weiter Ferne.

Auch heute auf dem Rathausplatz zeigte sich, dass den Kommunen die Hände gebunden sind. Auf sie werden die Lasten der sogenannten „Flüchtlingskrise“ abgewälzt, obwohl man nicht gerade davon reden kann, dass die Kassen der Kommunen voll wären. In Witten hat die Kommune dennoch angeboten regelmäßig einen Bus zur Außenstelle des BAMF in Dortmund zu schicken, damit die Geflüchteten dort ihre Anträge stellen können.  Die „Geflüchteten ohne Asylantrag“, wie sich die Gruppe von Geflüchteten nennt, die den Protest organisiert hat, sagen, auch dann würde es bis Herbst dauern, bis alle Wittener Geflüchtete einen Antrag stellen könnten. Sie fordern, dass das BAMF direkt nach Witten kommt, dort übergangsweise ein Büro einrichtet und die Anträge in Empfang nimmt.

Als SDAJ waren wir bei der Aktion vor dem Rathaus mit dabei. Wir fordern das BAMF dazu auf, die Anträge der Wittener Geflüchteten so schnell wie möglich entgegen zu nehmen – besser gestern als morgen! Und solange bleiben wir bei unserer Losung: Unsere Willkommenskultur heißt gemeinsam kämpfen! Solidarität mit den Geflüchteten!

Hier kannst du die Ausgabe unserer Zeitung „Zündstoff“ zum Thema „Fluchtursachen bekämpfen – nicht Flüchtlinge!“ herunterladen: Download Zündstoff Nr.2