Antifakt2Der 8. Mai ist seit 1945 ein ganz besonderer Tag – er markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und des Faschismus in Deutschland. Zum ersten Mal seit Jahren gab es nun auch in Witten wieder eine Aktion, um diesem historischen Datum zu gedenken. Gemeinsam mit dem Wittener Friedensforum, der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstverweigerer) Witten-Hagen und der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Nazisregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) Ennepe-Ruhr organisierten wir einen Rundgang zu verschiedenen Stolpersteinen in Witten, um denjenigen zu Gedenken, für die jede Rettung zu spät kam. Wir dokumentieren an dieser Stelle die Rede der SDAJ auf der Endkundgebung am Berliner Platz:

„Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, Liebe Friedensfreunde,

Heute vor 71 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Die Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 bedeutete das Ende der faschistischen Herrschaft in Deutschland sowie ihres Krieges, der in sechs Jahren beinahe 60 Millionen Menschen getötet hatte.

13133279_539740006198697_1144089145821552058_nMan könnte jetzt sagen, ein bedeutender Tag, aber auch ein Tag, der drei Generationen später nur noch eine geringe alltägliche Bedeutung hat, vor allem für junge Menschen. Wir als Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend sagen: Nein, auch wenn der Zweite Weltkrieg lange zurückliegt, bleibt seine Bedeutung hochaktuell.

Der 8. Mai als Tag der Befreiung hat nämlich keineswegs Faschismus und Krieg für immer aus der Welt geschafft – das zeigt schon ein kurzer Blick auf die Zustände unserer Zeit: Über 100 Brandanschläge auf Geflüchtetenunterkünfte im vergangenen Jahr, mehrere Tausend Menschen, die für rechte Inhalte auf die Straße gehen und nicht zuletzt der Aufstieg der selbsternannten „Alternative“ für Deutschland stellen eindeutig klar, dass sich rechte und offen faschistische Kräfte im Aufwind befinden und dass es weiterhin gelten muss, sich ihnen immer wieder in den Weg zu stellen und aufzuzeigen, dass sie eben nicht das Interesse der Mehrheit vertreten, sondern neben ihren rassistischen Positionen auch sozialpolitische Forderungen vertreten, von denen alleine diejenigen profitieren, die ohnehin schon reich sind.

Bundeswehreinsätze in aller Welt, Werbekampagnen des Bunds an Schulen und Ausbildungsmessen und eine zunehmend offensive Außenpolitik Deutschlands machen 13177208_539740056198692_9192986583563891497_naußerdem klar: Krieg ist kein Problem unserer Großväter – Krieg geht uns alle etwas an. Sei es, wenn wir als junge Menschen gezwungen sind, uns bei der Bundeswehr zu verpflichten, weil wir sonst keinen Job finden, sei es wenn unsere Bildung auf Kosten des Militärbudgets weiter kaputtgespart wird – die Auswirkung der zunehmend militaristischen Politik Deutschlands bekommen gerade wir als Jugendliche und junge Erwachsene besonders heftig zu spüren.

Das wollen wir uns so nicht bieten lassen und daher haben wir als SDAJ im März eine bundesweite Kampagne unter dem Motto „Stop Wars – Gemeinsam gegen ihre Kriege!“ beschlossen, die sich vor allem gegen Rüstungskonzerne, Bundeswehrwerbung an Schulen und die aggressive deutsche Außenpolitik richten soll.

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg – das darf für uns keine bloße Floskel, sondern muss das Ziel unserer praktischen Arbeit sein. Dabei mitzumachen, dazu laden wir alle jungen Menschen herzlich ein!“